TSV Seckmauern 1912 e.V.

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(aus echo-online.de)

SV Sickenhofen - TSV Richen 3:1

 

Zum Abschied wird der Aufstieg gefeiert

Für den SV Sickenhofen geht es nach oben – TSV Richen steigt nach dem 1:3 in die Kreisliga A ab
Das Kapitel SV Sickenhofen endete für Arian Sahitolli erfolgreich. Der Spielertrainer sicherte sich in seiner letzten Partie mit dem Club den Aufstieg in die Kreisoberliga Dieburg/Odenwald.


Geschafft. Entsprechend fiel Arian Sahitolli ein Stein vom Herzen. In seinem letzten Spiel durfte der scheidende Spielertrainer mit dem SV Sickenhofen den Aufstieg in die Fußball-Kreisoberliga Dieburg/Odenwald feiern. 3:1 (0:1) hieß es im Relegationsspiel gegen den TSV Richen, der wiederum in die A-Liga Dieburg absteigt – die Klasse, aus der sich Sickenhofen nun verabschiedete. Und dies verdient.

Der SV war das beste Team in der Dreierrunde, in der es zum Auftakt ein 4:0 beim TV Hetzbach gegeben hatte. Trotz dieser Vorlage schienen sich die Sickenhöfer gegen Richen ihrer Sache zunächst nicht so sicher. Prompt gingen die Gäste vor rund 400 Zuschauern durch Andre Duschek in Führung (23.). Danach wurden die Gastgeber immer stärker, mussten aber warten, bis der Knoten endlich platzte. Und es war ausgerechnet Sahitolli (49.), der zum 1:1 traf. „Wir haben uns zunächst schwer getan. Umso mehr freue ich mich, dass es geklappt hat und ich noch getroffen habe“, sagte der Spielertrainer.

 Bruder Anton Sahitolli (52.) und Kevin da Silva (73.) beseitigten mit ihren Treffern schließlich letzte Zweifel am Aufstieg des SV, dem sogar eine knappe Niederlage gereicht hätte. Doch so wollten die Gastgeber nicht aufsteigen – und sich Sahitolli nicht verabschieden.

„Es war mir sehr wichtig, dass wir mit einem Sieg aufgestiegen bin“, betonte der 25-Jährige. „Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge.“ Sahitolli zieht es zum künftigen Ligakonkurrenten TV Nieder-Klingen. „Ich brauche einfach eine neue Erfahrung und Herausforderung“, begründete er. Dass Teile der Mannschaft ihm folgen, bereitete dem SV durchaus Kopfzerbrechen – doch der Verein stellt sich der Aufgabe und formiert um den neuen Trainer Zbigniew Palys (kommt vom SV Kleinostheim) ein neues Team. „Es war früh genug bekannt, dass Arian und andere uns verlassen werden. So konnten wir planen. Und wir blicken der Chance in der Kreisoberliga hoffnungsvoll entgegen“, erklärte Vorsitzender Jörg Luithardt.

Unterdessen wird es auch in Richen einen Neuanfang geben. Spielertrainer Marco Manega („Bei den Personalproblemen war einfach nicht mehr drin“) verlässt den TSV und geht zum FC Dietzenbach. Mit Oliver Endres steht der Nachfolger fest.



TSV Richen - TV Hetzbach 2:4
Mit einem Sieg verabschiedet

Fussball-Relegation – TV Hetzbach kommt nach der 0:4-Auftaktpleite zum 4:2-Erfolg beim TSV Richen

Am vergangenen Mittwoch kam der TV Hetzbach in der Fußball-Kreisoberliga Dieburg/Odenwald zu einem 4:2 (2:0)-Auswärtssieg gegen den TSV Richen. Im Aufstiegsrennen nützt der ihm allerdings nichts mehr.

Die Hetzbacher haben nach dem Sieg in Richen nun drei Punkte auf dem Konto bei einer negativen Tordifferenz von 4:6. Der SV Sickenhofen (3/4:0) empfängt zum Abschluss den TSV Richen (0/2:4) am kommenden Sonntag (15.). Da am Ende die Tordifferenz zählt, ist für das Team aus der Oberzent der erste Platz, der alleine zum Aufstieg berechtigt, nicht mehr erreichbar.

Bei seinem Auftritt am Mittwoch überließ der Odenwälder A-Ligist den Richenern die Initiative und verlegte sich auf gefährliche Konter. Nach elf Minuten gelang Jonas Kaufmann das 1:0 für den TV, und nur drei Minuten später legte Jan Schwinn zum2:0 nach.

Die Platzherren hatten zwar eine optische Überlegenheit, konnten daraus aber zunächst kein Kapital schlagen. Und so blieb es bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Yildiz aus Darmstadt bei der Führung der Gäste. Auch direkt nach dem Seitenwechsel plätscherte die Partie so vor sich hin.

Die Gastgeber hatten in der 68. Minute die große Chance, um den Anschlusstreffer zu erzielen, doch Artur Koch zog den Foulelfmeter knapp über das Hetzbacher Tor. Vier Minuten später gelang aber dann Kai Muhl (72.) doch noch der Treffer zum 1:2. Die Odenwälder zeigten aber Moral und stellten durch Lars Erik Schwinn (76.) den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Weitere vier Minuten später baute erneut Jan Schwinn die Führung der Hetzbacher sogar auf 4:1 aus.

In der 78. Minute sah dann Andre Duschek vom TSV Richen die Gelb-Rote Karte vom Schiedsrichter. In Unterzahl wurde es nun noch schwerer für den Kreisoberligisten, die Partie noch zu drehen. In der 88. Minute konnte Martins Vitor Oliveira noch auf 2:4 verkürzen und das Ergebnis noch etwas freundlicher gestalten. TSV-Sprecher Alexander Hess meinte nach dem Spiel: „Wir haben zunächst das Spiel bestimmt, konnten aber unsere Torchancen nicht nutzen. Die Hetzbacher waren bei ihren Kontern effektiver und haben am Ende auch verdient gewonnen.“ Hetzbachs Abteilungsleiter Rainer Schwinn ergänzte am gestrigen Donnerstag: „Wir sind zufrieden, haben uns zum Abschluss nochmal gut präsentiert. Ich gehe davon aus, dass wir in der Relegationsrunde am Ende den zweiten Platz belegen werden.“



TV Hetzbach - SV Sickenhofen 0:4

Aufstiegsträume sind früh geplatzt

 

Fussball-Relegation – TV Hetzbach unterliegt zu Hause vor rund 600 Zuschauer dem SV Sickenhofen mit 0:4


Für den TV Hetzbach, Zweiter der A-Liga Odenwald, ist die Relegation zur Fußball-Kreisoberliga so gut wie gelaufen. Gestern Abend kam er zum Auftakt in seinem Heimspiel gegen den SV Sickenhofen aus der A-Liga Dieburg um eine 0:4 (0:1)-Niederlage nicht herum.

 Beide Mannschaften begannen die Partie sehr engagiert. Vor allem den Gästen merkte man an, dass sie sich mit einem Sieg eine glänzende Ausgangsposition für das Heimspiel gegen Richen verschaffen wollten. Der TV Hetzbach kam in den ersten 45 Minuten zu keiner Torchance, weil im Spielaufbau der Ball zu oft und zu schnell wieder verloren ging. Kämpferisch und läuferisch wusste die Heimelf dagegen durchaus zu gefallen. Auch die Defensive zeigte sich zunächst auf dem Posten.

Doch diese konnte nicht verhindern, dass der TV in der 24. Spielminute in Rückstand geriet. Mit einem Freistoß aus 18 Metern überwandt David Schmidt Hetzbachs Torwart Martin Kalus. Der Keeper sah dabei nicht gut aus, denn Schmidt schlenzte den Ball in die Torwartecke, die Kalus, der wohl mit einem Schlenzer über die Mauer gerechnet hatte, freigemacht hatte. Aufgrund der etwas größeren Spielanteile führte der Gast durchaus verdient, zumal es ihm gelungen war, das Spiel in die Hetzbacher Hälfte zu verlagern und einige Torchancen herauszuarbeiten.

Nach dem Seitenwechsel kam beim Gastgeber Steffen Wörner für Jens Wörner. Der Durchgang begann mit einer Schrecksekunde, als in der 47. Minute Sergen Tat vor dem einköpfbereiten Wörner klärte und dabei gegen den Pfosten knallte. Er musste mehrere Minuten lang behandelt werden, konnte dann aber weiterspielen. Sickenhofen überstand Hetzbachs Anfangsoffensive und kam durch einen schönen Schuss von Kevin da Silva (65.) zum 0:2. Und als kurz darauf Matthias Willenbücher (TV) wegen Reklamieren von Schiedsrichter Ritter (Birkenau) mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde, gestaltete sich die Aufgabe für die Odenwälder noch schwerer.

Der SV Sickenhofen war nun endgültig obenauf und nutzte dies zu zwei weiteren Treffern von Florian Lopes Sampaio (79.) und da Silva (90.+2). „Im Endeffekt haben wir zu hoch verloren, aber man muss schon anerkennen, dass Sickenhofen besser war“, meinte TV-Spartenleiter Rainer Schwinn, dem natürlich auch klar ist, dass mit dem 0:4 den Aufstiegsträumen jegliche Grundlage entzogen ist. Kleiner Trost für ihn: An die 600 Besucher bescherten der Vereinskasse einen netten Zuschuss.

In der Relegation, nach der nur der Tabellenerste in der kommenden Saison in der Kreisoberliga spielt, geht es nun folgendermaßen weiter. Am Pfingstwochenende wird nicht gekickt. Am Mittwoch (11.) nächster Woche kommt es ab 19 Uhr zur Begegnung zwischen dem Kreisoberliga-Vorletzten TSV Richen und dem TV Hetzbach. Und zum Abschluss trifft dann am Sonntag (15./16 Uhr) der SV Sickenhofen auf eigenem Platz auf Richen.


 


Also doch: FSV Erbach bleibt drin

Fussball – Neue Fakten in der Relegation zur Kreisoberliga – TV Hetzbach trifft in seinem zweiten Spiel auf TSV Richen


Mit einer kleinen Spontan-Party hat Fußball-Kreisoberligist FSV Erbach am frühen Dienstagabend auf die Nachricht von Klassenleiter Torsten Roß (Otzberg) reagiert, dass sie nun doch nicht Relegation spielen muss, sondern die Klasse gehalten hat.

Was bereits gestern in unserem Artikel („TV Hetzbach greift nach Kreisoberliga“) angedeutet wurde, mangels offizieller Aussagen aber noch nicht verifiziert werden konnte, ist nun Gewissheit: Die Relegationsrunde zur Fußball-Kreisoberliga Darmstadt/Odenwald ist in der ursprünglichen Zusammenstellung Geschichte.

Nutznießer ist die FSV Erbach, die eigentlich am kommenden Mittwoch (11.) erstmals in die Relegation eingreifen sollte. „Für uns kam die Nachricht vom Klassenleiter völlig überraschend“, sagte gestern FSV-Trainer Ayhan Timocin. „Ich hatte für die Relegationsspiele schon alle Spieler mobilisiert, die noch fit zu kriegen waren. Umso schöner natürlich die Nachricht vom Klassenleiter. Und das ist auch ein schöner Abschluss für mich. Wir haben spontan eine kleine Party gefeiert.“ Bekanntlich hatte Timocin schon vor längerer Zeit angekündigt, mit dieser Spielzeit sein Engagement bei der FSV zu beenden.

Verwundert reagierte man beim KSV Reichelsheim auf die Nachricht, dass nun der TSV Richen noch die Chance bekommt, über die Relegation die Klasse zu halten. Zum Hintergrund: Den Reichelsheimern hätte am vergangenen Sonntag in Richen ein Remis genügt, um den vorletzten Platz zu halten, sie verloren aber mit 2:5. KSV-Spartenleiter Norbert Leist: „Wir sind am Sonntag mit einer Rumpftruppe und dem zweiten Torwart nach Richen gefahren, weil ja alle davon ausgegangen sind, dass es in dem Spiel um nichts mehr geht. Und so ist auch gespielt worden; es gab im ganzen Spiel vielleicht drei Fouls. Ich hab kein Problem damit, dass wir abgestiegen sind, weil wir über die Runde gesehen zu schlecht waren und mit jungen Spielern neu aufbauen wollen. Aber auf diese Art abzusteigen, das ist einfach unsportlich. Wir hätten hundertprozentig versucht, unsere Chance in Richen wahrzunehmen, wenn wir vorher gewusst hätten, dass nur der Letzte direkt absteigt. Leidtragender ist für mich auch der TV Hetzbach, denn Richen ist definitiv stärker als Erbach.“ Zumal jetzt auch klar sei, dass nur der Sieger der Relegationsrunde und nicht die beiden Erstplatzierten in der nächsten Saison in der Kreisoberliga kickt. Nichts ändert diese „Farce“, wie Leist es nennt, daran, dass der TV Hetzbach heute Abend (19 Uhr) im Relegations-Eröffnungsspiel zu Hause auf den SV Sickenhofen aus der A-Liga Dieburg trifft.

Rainer Schwinn, Leists Pendant beim TV Hetzbach, hat nach Eingang der Nachricht probiert, beim Justiziar des Hessischen Fußballverbandes zu intervenieren. Der HFV sieht sich aber als nicht zuständig und verwies an den Klassenleiter Torsten Roß (Otzberg), der wiederum an den HFV. Aus Sicht der Hetzbacher hätte es so sein müssen, dass die beiden Tabellenersten der Relegation in die Kreisoberliga gehören. Dem wurde Schwinn gegenüber vom Regionalbeauftragen (früher Bezirksfußballwart) eine Absage erteilt. „Wir nehmen mal an, dass dem so ist. Wir müssen die Sache nun sportlich lösen. Vom TSV Richen haben wir keinerlei Informationen.“ Aber das gilt natürlich auch umgekehrt.

Michael Sobota (Ober-Ramstadt), Regionalbeauftrager im Fußballbezirk, geht – im übertragenen Sinne – in Sack und Asche: „Da ist ein bedauerlicher Fehler aufgetreten. Zuvorderst wären zwar die Kreisfußballwarte Dieburg und Odenwald sowie ihre Stellvertreter in der Pflicht gewesen, aber auch ich hätte da genauer hinsehen können. So ein Fehler darf nicht passieren, denn die Durchführungsbestimmungen sind ganz klar.“ Am 13. Juni ist ein Treffen der hessischen Regionalbeauftragten, „da wird die Sache sicherlich auch Thema sein“. Ein Trost sei, dass mit der FSV Erbach und dem TSV Richen zwei Vereine von dem Fehler profitieren würden. Ein Anruf von Norbert Leist habe allerdings auch ihn erreicht, „aber man darf ja nicht vergessen, dass die Richener ebenfalls in dem Bewusstsein gespielt haben, schon abgestiegen zu sein. Der Rest ist Kaffeesatz-Leserei“.


 

Mit Leifermann kommt der Erfolg
Nach dem Gruppenliga-Aufstieg will der TSV Lengfeld am Bewährten festhalten

Den Aufstieg in die Fußball-Gruppenliga hat der TSV Lengfeld nicht geplant. Trotz des bislang größten sportlichen Erfolgs in der Geschichte der Fußballabteilung will man auf dem Boden bleiben. Das heißt nichts anderes, als auf teure Kicker weiter zu verzichten und Nachwuchsspielern eine Chance zu geben.

Es ist im Amateurfußball vielleicht ein erster Sinneswandel eingetreten, auch weil das Schicksal des ehemaligen Verbandsligisten VfR Bürstadt, dem Sponsor und damit das Geld verloren gingen, abschreckend ist. Gruppenliga-Aufsteiger TSV Lengfeld plant für die neue Liga keinen nennenswert höheren Aufwand. Mit Spielern aus der Otzberger Region soll das Abenteuer Gruppenliga bestritten werden. „Wir steigen aber nicht auf, um gleich wieder den Weg nach unten anzutreten“, gibt sich Spielausschussmitglied Axel Trumpfheller optimistisch.
Neuer Trainer bringt neue Impulse

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, war bis zum Beginn der Rückrunde überhaupt nicht absehbar. Lengfeld hatte nach einer verkorksten Saison zuvor, in der man sich Mitte der Vorrunde von Spielertrainer Patrick Maesse trennte und mit dem dafür verpflichteten Daniel Leifermann den Klassenerhalt noch schaffte, für die jetzt abgelaufene Spielrunde einen einstelligen Tabellenplatz im Sinn. Verstärkt hatte man sich zwar mit den Langstädtern Julian Wick und Yannik Walter sowie Meron Amanuel aus Münster. Hinzu kam in der Winterpause Alexander Blitz, der aus Höchst nach Lengfeld zurückkehrte.

Allerdings war die entscheidende Komponente der Trainer. „Mit Daniel Leifermann haben wir einen Spielertrainer verpflichtet, der zuvor mit dem FV Mümling-Grumbach bereits in die Kreisoberliga aufgestiegen war und der Mannschaft neue Impulse gegeben hat. Er hat dem Team ein mentales Siegergen eingepflanzt, was sich in der gerade beendeten Runde dann bemerkbar gemacht hat“, erklärt Trumpfheller.

Mit Beginn der Rückrunde übernahm der TSV die Tabellenspitze und gab diese nicht mehr her. „In der Vorrunde haben wir noch gegen den TSV Höchst, SG Sandbach und KSG Georgenhausen verloren. In der Rückrunde sah das dann komplett anders aus“, ergänzt Trumpfheller. Tatsächlich hatte die Mannschaft, ähnlich wie der zukünftige Ligakonkurrent Spvgg Seeheim-Jugenheim, jetzt Geschmack am Erfolg gefunden. In der Folge gab man die Tabellenführung nicht mehr ab. Am Ende waren es neun Punkte Vorsprung auf den Zweiten TSV Höchst. Die meisten Treffer erzielte David Zulauf mit 21 Toren, David Pfister brachte es immerhin auf ein Dutzend Tore. Die Ausgeglichenheit des Kaders, konditionelle Vorteile gegenüber der Konkurrenz im letzten Drittel des Spiels und mentale Stärke waren die entscheidenden Faktoren im Aufstiegskampf, in dem lange Zeit TSV Höchst, SG Sandbach und KSG Georgenhausen mitmischten.
Geld spielt nicht immer die entscheidende Rolle

Die Gruppenliga ist der bislang größte Erfolg der Lengfelder Fußballer. Kaum zu glauben, dass ein solcher Schritt mit derart überschaubaren finanziellen Mitteln gelingen konnte. Andererseits aber auch der Beweis – ähnlich wie bei Mitaufsteiger Seeheim-Jugenheim in der Kreisoberliga Darmstadt/Groß-Gerau –, dass der Faktor Geld nicht immer die entscheidende Rolle spielt. Das könnte für die Zukunft auch ein Signal an andere Vereine sein, die Finanzen nicht in den Mittelpunkt zu stellen.

Ein gut funktionierendes Vereinsleben, das Kümmern um die Spieler auch um Training und Spiel herum, das Einbeziehen der Spielerfrauen und gemeinsame Veranstaltungen sind eben Werte, die vielerorts verloren gegangen sind.

Auch der TSV Lengfeld hat aus der Not eine Tugend gemacht, wohl wissend, das finanzielle Abenteuer nicht nur den Fußballern, sondern dem gesamten Verein Schaden bringen würden. So steht die Erkenntnis, dass es in der neuen Liga schwer, aber nicht unmöglich wird, die Klasse zu halten. Gelingt dieser Spagat zwischen sportlichem Erfolg auf hohem Niveau und finanziellem Realismus, könnte das für andere Vereine zum Vorbild werden.

 


 

Zum Abschied wird der Aufstieg gefeiert
Für den SV Sickenhofen geht es nach oben – TSV Richen steigt nach dem 1:3 in die Kreisliga A ab

Das Kapitel SV Sickenhofen endete für Arian Sahitolli erfolgreich. Der Spielertrainer sicherte sich in seiner letzten Partie mit dem Club den Aufstieg in die Kreisoberliga Dieburg/Odenwald.

Geschafft. Entsprechend fiel Arian Sahitolli ein Stein vom Herzen. In seinem letzten Spiel durfte der scheidende Spielertrainer mit dem SV Sickenhofen den Aufstieg in die Fußball-Kreisoberliga Dieburg/Odenwald feiern. 3:1 (0:1) hieß es im Relegationsspiel gegen den TSV Richen, der wiederum in die A-Liga Dieburg absteigt – die Klasse, aus der sich Sickenhofen nun verabschiedete. Und dies verdient.

Der SV war das beste Team in der Dreierrunde, in der es zum Auftakt ein 4:0 beim TV Hetzbach gegeben hatte. Trotz dieser Vorlage schienen sich die Sickenhöfer gegen Richen ihrer Sache zunächst nicht so sicher. Prompt gingen die Gäste vor rund 400 Zuschauern durch Andre Duschek in Führung (23.). Danach wurden die Gastgeber immer stärker, mussten aber warten, bis der Knoten endlich platzte. Und es war ausgerechnet Sahitolli (49.), der zum 1:1 traf. „Wir haben uns zunächst schwer getan. Umso mehr freue ich mich, dass es geklappt hat und ich noch getroffen habe“, sagte der Spielertrainer.

Bruder Anton Sahitolli (52.) und Kevin da Silva (73.) beseitigten mit ihren Treffern schließlich letzte Zweifel am Aufstieg des SV, dem sogar eine knappe Niederlage gereicht hätte. Doch so wollten die Gastgeber nicht aufsteigen – und sich Sahitolli nicht verabschieden.

„Es war mir sehr wichtig, dass wir mit einem Sieg aufgestiegen bin“, betonte der 25-Jährige. „Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge.“ Sahitolli zieht es zum künftigen Ligakonkurrenten TV Nieder-Klingen. „Ich brauche einfach eine neue Erfahrung und Herausforderung“, begründete er. Dass Teile der Mannschaft ihm folgen, bereitete dem SV durchaus Kopfzerbrechen – doch der Verein stellt sich der Aufgabe und formiert um den neuen Trainer Zbigniew Palys (kommt vom SV Kleinostheim) ein neues Team. „Es war früh genug bekannt, dass Arian und andere uns verlassen werden. So konnten wir planen. Und wir blicken der Chance in der Kreisoberliga hoffnungsvoll entgegen“, erklärte Vorsitzender Jörg Luithardt.

Unterdessen wird es auch in Richen einen Neuanfang geben. Spielertrainer Marco Manega („Bei den Personalproblemen war einfach nicht mehr drin“) verlässt den TSV und geht zum FC Dietzenbach. Mit Oliver Endres steht der Nachfolger fest.

 



TSV Neustadt mit dem längeren Atem
Grundlagen für die A-Liga-Meisterschaft in der Vorbereitung gelegt – Hetzbachs Patzer als Vorentscheidung

In Neustadt haben sich die TSV-Fußballer einen Traum erfüllt: Nach der B-Liga-Meisterschaft in der Vorsaison gewannen sie jetzt auch den Titel in der Kreisliga A. Nach dem unerwarteten Meisterschaftsgewinn werden die Neustädter künftig ihre Herausforderung in der Kreisoberliga suchen.

 

Der Durchmarsch des TSV Neustadt von der B- in die Kreisoberliga begründet sich vor allem auf dem starken Fundament, das sich die Mannschaft vor Saisonbeginn erarbeitete: „In der Vorbereitung haben wir fast täglich trainiert. Davon haben wir erheblich profitiert, denn so war unsere Mannschaft immer in der Lage, konditionell eine Schippe draufzulegen, während bei anderen Teams schon die Kraft und damit die Konzentration bröckelten“, sagte Neustadts Spielertrainer Percy Schwinn über das Geheimnis des Erfolgs des neuen A-Liga-Meisters. Schwinn entwickelte in der vergangenen Saison die Spielkultur mit gepflegtem Flachpassspiel und wenigen Ballkontakten weiter. „Wir hatten auch in der A-Liga immer mehr Ballbesitz, ließen die anderen Mannschaften laufen und verschoben in den Räumen durchaus effektiv“, bestätigt Schwinn, dessen Mannschaft gegenüber der Vorsaison offensiver ausgerichtet operierte.

Auf der Sechserposition vor der Abwehr stand in dieser Spielzeit nur noch Neuverpflichtung Ioannis Apostolidis, der aus Seckmauern gekommen war. Der Schritt war notwendig, weil die Mannschaft ohnehin ein starkes Offensivpotenzial besaß.

Mit Simon Friedrich (Rimhorn), der wie Joshua Schmidt im Mittelfeld über die Außenbahn kam und 20 Tore erzielte, war klar, dass der Aufsteiger konsequent den Weg vors gegnerische Tor suchen würde. Hilfreich war dabei, dass Angreifer Nikolaos Stroumboulis nach langer Verletzungspause zurückkehrte und neben Sturmpartner Maximilian Gössner (13 Treffer) immerhin 15 Tore beisteuerte.

„Alle Spieler haben einen großen Entwicklungsschritt in der vergangenen Saison vollzogen“, unterstreicht Percy Schwinn, dessen Mannschaft eigentlich zum Ziel gesetzt hatte, sich als Aufsteiger in der neuen Spielklasse zuerst einmal zu etablieren. Schließlich wurde die Schwinn-Elf aber von der eigenen Entwicklung mitgerissen.

Von Beginn an in der Spitzengruppe

Bereits in den ersten sieben Partien, in denen die Neustädter 16 Punkte holten, zeichnete sich die Perspektive nach oben ab. Aber die Konkurrenz war enorm groß, besonders bis zur Winterpause, als sich noch acht Mannschaften im Aufstiegsgeschäft befanden.

Erst im Frühjahr konzentrierte sich das Titelrennen immer stärker auf das Trio TV Hetzbach, TSG Steinbach und TSV Neustadt. „Dass wir bis zum Saisonfinale eine echte Chance hatten, bewerte ich trotz unserer Konstanz nicht als selbstverständlich, denn neben den zwölf Siegen verloren wir alle vier Spiele gegen unsere direkten Konkurrenten aus Hetzbach und Steinbach“, teilte Neustadts Trainer weiter mit.

Erst der vorletzte Spieltag brachte schließlich die Vorentscheidung: Tabellenführer TV Hetzbach musste beim Vierzehnten Seckmauern II in eine fünfminütige Nachspielzeit und kassierte unmittelbar vor Spielende den Ausgleich, was gleichbedeutend war mit dem Verlust von zwei Punkten. Pikant dabei war, dass der Gastgeber vom Unparteiischen signalisiert bekommen hatte, dass die Nachspielzeit so hoch ausfalle, weil der TSV Seckmauern II zuvor zu sehr auf Zeit gespielt habe.

Die TSG Steinbach dagegen scheiterte am Aufsteiger aus Nieder-Kainsbach zu Hause mit 0:4 und war damit endgültig aus dem Aufstiegsrennen. Gleichzeitig gewannen die Neustädter nach hartem Kampf gegen den TSV Günterfürst und lagen vorn. Der Rest war dann nur noch Formsache: Zu Hause besiegten die Breuberger Michelstadts Gruppenliga-Reserve 6:1 und setzten sich damit die A-Liga-Krone auf.

Die neue Spielzeit wirft bereits ihre Schatten voraus. Neustadt wird weiter auf die Routiniers Ali Gündogdu (38 Jahre) und Percy Schwinn (35) in der Innenverteidigung bauen, die in einer ansonsten sehr jungen Mannschaft noch nicht wegzudenken sind. Ohne die beiden Routiniers läge das Durchschnittsalter der Mannschaft bei nur 22 Jahren, was wiederum auch defensiv Perspektiven eröffnet, nach dem es gelungen war, mit Enver Kankaya einen Angreifer zu einem Außenverteidiger umzufunktionieren, der mit dem technisch versierten Marcel Glafenhain die Viererkette des Odenwälder Senkrechtstarters ergänzen wird.